Leo Maier im Interview 07. Apr 2015 / Ein Kommentar verfassen

Coach des Jahres 2013 Leo Maier ganz persönlich über seinen schweren Sportunfall, der sein Leben von Grund auf veränderte, seine unbändige Motivation zu einem aktiven und sportlichen Leben und seine innere Leidenschaft, seine Mitmenschen auf dem Weg dorthin bestmöglich zu unterstützen.

 

Du hattest vor einigen Jahren einen schweren Unfall, der dein Leben verändert hat. Was ist passiert? 

Dazu muss ich ein wenig ausholen. Ich war damals in der EDV-Branche tätig und mit dieser beruflichen Wahl nicht sehr glücklich. Also habe ich mich dazu entschlossen, eine Auszeit in Neuseeland zu nehmen. Dort ist es passiert. Ich hatte einen schweren Unfall beim Snowboarden und war im Bereich der Halswirbelsäule schwer verletzt, neurologische Auswirkungen direkt nach dem Unfall waren jedoch nicht vorhanden – dies geschah erst im Zuge der Operation in Neuseeland. Ich kehrte von meiner prägenden Auszeit heim und hatte ein Jahr intensive Reha vor mir. Seitdem verbringe ich mein Leben überwiegend im Rollstuhl, bin inkomplett querschnittgelähmt und habe aber trotzdem noch viele Chancen und Möglichkeiten.

 

Wie hast du den Sprung von der EDV-Branche in die Sport- und Fitness-Branche geschafft?

Die zentrale Schlüsselfigur spielt dabei ALIVE 656 Gründer Toni Klein, mein langjähriger guter Freund und ehemaliger Schulkamerad. Toni bot mir nach dem Unfall an, in seinem damaligen Sport- und Gesundheitszentrum zu trainieren. Ich habe gleich gemerkt, wie wichtig Fitness in meiner Situation und für Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist und daher habe ich begonnen, verschiedene umfangreiche Ausbildungen im Fitness- und Sportbereich zu absolvieren. Darunter der Übungsleiter für Allgemeinsport, der Lehrwart im Behindertenskisport und die weiterführende D-Trainerausbildung.

 

Du wurdest 2013 als Coach des Jahres ausgezeichnet. Was macht dich als Personal Trainer aus? Was ist dein Erfolgsrezept?

Ich achte ganz genau auf die korrekte Übungsausführung und auf die Körperspannung, unsere Kunden wissen, dass mir da nichts entgeht und schummeln bei mir nicht klappt (schmunzelt). Außerdem erkläre ich alles in den Worten der Kunden, so dass es jeder einfach und schnell verstehen und auch umsetzen kann. Und das Wichtigste: Bei mir gibt es keinen Stress und keine Hektik. Diese Ruhe ist mein Erfolgsrezept. Ich führe lieber dieselbe Übung nochmal korrekt aus, bevor ich in die nächste wechsle und zeige dann langsam vor und erkläre in einfachen Worten, wie sie die nächste Übung gezielt umsetzen können.

 

Du bist sehr aktiv und liebst den Sport. Wie hältst du dich fit und woher nimmst du deine Motivation?

Ja, das ist absolut richtig. Ich war schon immer ein Bergfex (lacht) und ich liebe es einfach, mich in der freien Natur zu bewegen. Fit halte ich mich mit meinem wöchentlichen ALIVE 656 EMS-Training und zusätzlich genieße ich die Bewegung in der freien Natur beim Monoski fahren, mit dem Handbike, beim Rollstuhlrugby und beim Tauchen. Das Tauchen habe ich vor 3 Jahren für mich entdeckt und fahre seither mindestens zweimal im Jahr auf Tauchurlaub. Von 2006 bis 2010 habe ich bei den Flying Wheels, dem österreichischen Nationalteam für RS-Rugby gespielt. Seit 2009 gebe ich mein Wissen als Trainer der Salzburger Rugbybulls weiter und unterstütze die Spieler auf internationalen Turnieren.

 

Du gibt dein Wissen und deine Lebenskraft gerne an andere Menschen weiter. In welchem Bereich setzt du dich noch aktiv ein?

Ja, das stimmt. Ich engagiere mich außerhalb des Rugbysports auch als Skilehrer im Behindertenskiverein und führe Monoski-Kurse für Menschen mit Querschnittslähmung durch. Jeder Mensch soll die Chance haben auf Spaß und Freude durch Bewegung. Solche Momente bringen Motivation und sind ganz wichtig für das Wohlbefinden. Daher möchte ich anderen Menschen zeigen, was sie aus sich rausholen können und wie sie diese Chancen nutzen.

 

Was möchtest du gerne anderen Menschen mit auf den Weg geben?

Ich möchte ihnen mitgeben, dass sie ihr Leben leben und das Leben in vollen Zügen genießen sollen. In einem Interview für ein Behindertensportmagazin wurde ich mal gefragt: Warum machst du das alles? Und ich sagte: „Weil ich leben will!“. Frische Luft, körperliche Aktivität und die Natur genießen das heißt für mich das Leben zu leben! (lacht)

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